Privatdetektive vs. Polizeibeamte
Der Unterschied in der Arbeit der Privatdetektive im Vergleich zu der, die Polizeibeamte erledigen, ist in manchen Dingen gar nicht so groß, wie man zunächst annehmen möchte. Eine große Differenz besteht jedoch in den Befugnissen, die die beiden Ermittler haben.
Privatdetektive dürfen, wie auch die Polizisten, nicht aus reiner Willkür handeln. Sie haben sich ebenso an ihre Vorschriften zu halten. Auch gesetzlich ist genau geregelt, was die Spürnasen dürfen, und was nicht. Die Polizeibeamten müssen sich einen Durchsuchungsbefehl holen, bevor sie in die Wohnung eines Verdächtigen gehen dürfen. Auch für die Privatermittler gilt, dass es sogar als Einbruch oder zumindest Hausfriedensbruch zu werten ist, wenn sie ohne die Erlaubnis einer Person in deren Privatwohnung eindringen.
Ein noch größerer Unterschied besteht in der Ausstattung der Ermittler. Während Polizeibeamte ihre Waffen sogar beim ganz normalen Streifendienst dabei haben, ist es für die Privatdetektive nicht immer erlaubt, sich zu bewaffnen. Sicher ist für die meisten Ermittlungsarbeiten der Detektive eine Bewaffnung gar nicht nötig, aber manchmal geraten auch sie in Situationen, die sehr gefährlich sein können. Die Lizenz, eine Waffe besitzen zu dürfen, bedeutet noch nicht, sie auch tragen zu dürfen. Wird eine Situation für Privatdetektive brenzlig, sind sie, im Vergleich zu den Beamten der Polizei im Nachteil, nicht zuletzt deswegen, weil sie meist alleine im Einsatz sind, und nicht, wie die Polizisten, mindestens zu zweit unterwegs sein können.
Die ganz großen Kriminalfälle lösen die Privatdetektive auch meistens nur im Fernsehen. Aber auch der Arbeitsalltag normaler Polizisten ist keinesfalls so spektakulär, wie es in den Unterhaltungsmedien immer beschrieben wird. Die gesamte Dokumentation von Fällen wird im TV nicht beschrieben, weil es den Zuschauer nicht unterhalten würde. Auch die konstruierten Fälle, die der Zuschauer sehen möchte, sind ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Alles muss spektakulär sein, den Zuschauer fesseln und schon fast berauschen. Vergleicht man die Krimis von heute mit denen vor 20 Jahren, ist hier kaum noch eine Gemeinsamkeit vorhanden. Alles wurde schneller, abenteuerlicher und abstruser. Schon bei den Nachrichten beginnt diese Veränderung des Fernsehprogrammes. Ein Schneefall wird zum Chaos, ein Regenschauer zum Unwetter, und drei Tage Sonnenschein am Stück werden von den Medien als Hitzewelle bekannt gemacht. Schuld an dieser Situation ist der Zuschauer selbst, der den Fernsehabend mit Unterhaltung, gleich welcher Art verbringen möchte. Einfache Unterhaltung ist nicht ausreichend. Nervenkitzel, Grausamkeit, ein Übermaß an Humor und eben auch besonders coole Privatdetektive müssen es sein. Sobald eine Sendung beginnt, etwas abzuflachen und ein wenig langweiliger zu werden, wird umgeschaltet. Dies ist nicht im Sinne der Sender, die ja durch die Quoten Geld verdienen wollen. Also werden die alten und reellen Serien aus dem Programm genommen, und durch solche ersetzt, die den Zuschauer noch interessieren. Auch im Bezug auf die Polizei- und Ärzteserien wurde dieser Wandel durchzogen. So wie die Privatdetektive mindestens eine Macke oder eine besondere Eigenschaft haben müssen, muss auch ein Arzt vor Blut triefen und immer das Schicksal besonders herausgefordert werden.
Im wahren Leben hat sich der Unterschied zwischen der Arbeit der Privatdetektive und der des Polizeiorganes nur durch die Technik an die moderne Zeit angepasst. Die Sensationen, wie die Menschen sie im TV sehen wollen, fehlen völlig. Mancher Polizist langweilt sich auf seiner Streife und ein nicht angeschnallter Fahrer ist das Highlight manchen Arbeitstages, und ebenso haben es die Privatdetektive nicht Tag für Tag mit gerissenen Mördern, Drogenbossen und Mafiosi zu tun. Das falsche Bild, dass man von beiden berufen leider oft gewinnt, ist rein in den Medien begründet, die alles ausschlachten, was es nur gibt, und dabei jede Kleinigkeit so aufbauschen, als wäre sie eine weltbedrohende Tatsache. Glücklich sind die Menschen, die sich unter diesen Umständen ihr Lebensbild bewahren können.
